Ein Film, der mehr ist als ein Film
Die Premiere von NAWI – Dear Future Me im Münchner ARRI-Kino war weit mehr als ein kulturelles Ereignis. Sie wurde zu einem eindringlichen Appell gegen eine Praxis, die bis heute das Leben unzähliger Mädchen zerstört: die verbotene Verheiratung Minderjähriger. In manchen Regionen Ostafrikas gelten junge Mädchen noch immer als Tauschware – verheiratet gegen Kamele, Schafe oder Ziegen. Der Film gibt diesen Mädchen Namen, Gesichter und vor allem eine Stimme.
Nawis Geschichte: Ein Schicksal, das viele teilen
Im Zentrum der Handlung steht die junge Nawi aus der Turkana-Region im Norden Kenias. Ihr Traum, als Schulbeste die High School in Nairobi zu besuchen, zerbricht, als ihr Vater beschließt, sie an einen fremden Mann zu verheiraten – der Brautpreis soll das Überleben der Familie sichern. Doch Nawi weigert sich, dieses Schicksal zu akzeptieren. Unterstützt von ihrem Bruder widersetzt sie sich der arrangierten Kinderehe – gegen den Willen ihres Vaters, der Ältesten des Clans und sogar ihrer Mütter, die die Ehe als vorgezeichneten Lebensweg betrachten.
Als Nawi in der Nacht ihrer Hochzeit flieht, beginnt eine gefährliche Reise, die sie schließlich vor eine schwere Gewissensfrage stellt: Ihre neugeborene Schwester soll an ihrer Stelle verheiratet werden. Sie stellt sich diesem Schicksal – und zerbricht daran.
Ein Film mit Würde und Realismus
NAWI – Dear Future Me erzählt diese Geschichte mit großer Zurückhaltung. Frühschwangerschaften, lebensgefährliche Geburten, Bildungsabbrüche und psychische Traumata werden nicht plakativ dargestellt, sondern in ihrer realen Konsequenz sichtbar gemacht. Gerade diese Nähe zur Wirklichkeit verleiht dem Film seine besondere Kraft. Er basiert auf wahren Ereignissen und einer preisgekrönten Geschichte aus einem landesweiten Schreibwettbewerb kenianischer Jugendlicher.
Von der Leinwand in die Welt: Die NAWI-Initiative
Was als Spielfilm begann, entwickelte sich schnell zu einer politischen und gesellschaftlichen Bewegung. In Zusammenarbeit mit der Bildungsorganisation Learning Lions, die seit Jahren Schulen und Ausbildungsprogramme in Turkana aufbaut, entstand die NAWI-Initiative. Sie versteht sich als internationale Plattform gegen Zwangsverheiratung und für die Rechte von Mädchen.
Ziel ist es, nicht nur Aufmerksamkeit zu schaffen, sondern konkrete Veränderungen vor Ort zu bewirken:
- Bildung für Mädchen: Zugang zu Schulen, digitalen Lernangeboten und beruflicher Qualifizierung.
- Aufklärung der Gemeinden: Dialogorientierte Information über die gesundheitlichen, sozialen und rechtlichen Folgen von Kinderehen.
- Schutz für bedrohte Mädchen: Schutzräume, psychosoziale Betreuung und rechtliche Unterstützung.
- Einbindung der Gesellschaft: Familien, Ältestenräte und lokale Führungspersönlichkeiten werden in den Wandel einbezogen.
Ein besonderer Fokus liegt auf sicheren Bildungsorten. In der Turkana-Region sind Internatsschulen oft der einzige wirksame Schutz vor Zwangsheirat. Sie bieten nicht nur Unterricht, sondern Sicherheit, Stabilität und Zukunftsperspektiven. Ergänzt wird dies durch einen Rettungsfonds, der Mädchen unterstützt, die unmittelbar von einer Zwangsverheiratung bedroht sind oder bereits aus einer Ehe fliehen mussten.
Prinz Ludwig von Bayern: Ein „Möglichmacher“
Eine zentrale treibende Kraft hinter Film und Initiative ist Prinz Ludwig von Bayern, Initiator der Learning Lions und Produzent des Films. Seit vielen Jahren engagiert er sich in Ostafrika und bezeichnet sich selbst nicht als Filmemacher im klassischen Sinn, sondern als „Möglichmacher“. Ohne seine Netzwerke, seine Beharrlichkeit und seine Überzeugung, dass Bildung der wirksamste Hebel gegen archaische Traditionen ist, hätte es NAWI in dieser Form nicht gegeben.
Die Münchner Premiere: Ein Aufruf zum Handeln
Die Münchner Premiere wurde zum Treffpunkt von Filmschaffenden, Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Medien. Die Gespräche nach dem Film waren geprägt von Betroffenheit – und von der Frage nach Verantwortung: Was können wir tun, jenseits von Applaus und wohlmeinender Anteilnahme?
NAWI – Dear Future Me, Kenias offizieller Oscar-Beitrag 2025 und Träger des Friedenspreises des Deutschen Films, gibt darauf eine leise, aber klare Antwort: hinsehen, zuhören, handeln. Seine größte Wirkung entfaltet der Film nicht durch Preise, sondern in Dörfern, Klassenzimmern und Lebensgeschichten von Mädchen, die heute eine echte Chance auf Bildung und Selbstbestimmung haben.
Bildung als Schlüssel zur Veränderung
Ein Leuchtturmprojekt ist die Wakanda Girls Senior High, eine weiterführende Schule, die Lernen und Sicherheit verbindet. Unterstützt wird sie unter anderem von der BR-Benefizaktion Sternstunden.
Dass Bildung Lebenswege verändern kann, zeigt auch die Geschichte der Hauptdarstellerin Michelle Lemuya: Sie war selbst Schülerin einer von Learning Lions aufgebauten Grundschule.
Ein Versprechen an eine Generation
Der Abend in München zeigte eindrucksvoll, wie Kunst zum Ausgangspunkt gesellschaftlichen Wandels werden kann. NAWI ist damit nicht nur ein Film – sondern ein Versprechen an eine Generation, deren Stimmen lange überhört wurden. (Fritz Lutzenberger)
Wie Sie helfen können:
- Informieren Sie sich über die NAWI-Initiative und die Arbeit von Learning Lions.
- Unterstützen Sie Bildungsprojekte in der Turkana-Region durch Spenden.
- Setzen Sie sich in Ihrem Umfeld für die Rechte von Mädchen und Frauen ein.
„Bildung ist der Schlüssel – nicht nur für die Mädchen in Turkana, sondern für uns alle.“
Mehr erfahren und mitwirken
- Offizielle Website: www.nawi.film
- Zentraler Kontakt der Initiative: initiative@nawi.film
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Ludwig Prinz von Bayern (mitte) im Gespräch mit dem Bayernbund-Landesvorsitzenden Sebastian Friesinger, MdL (links) und WBR-Redakteur Fritz Lutzenberger: „Ziel ist es nicht nur, Aufmerksamkeit zu schaffen, sondern konkrete Veränderungen anzustoßen. NGOs, Stiftungen, politische Entscheidungsträger und engagierte Privatpersonen sind eingeladen, sich zu vernetzen und Projekte zu unterstützen.“

Auch Staatsminister Markus Blume, MdL war unter den Gästen

Sebastian Friesinger gratulierte der Hauptdarstellerin Michelle Lemuya zu ihrer exzellenten künstlerischen Leistung

Der anwesende Teil der Fimcrew konnte den begeisterten Applaus der Zuschauerinnen und Zuschauer entgegennehmen.



Landesvorsitzender Sebastian Friesinger, MdL, begrüßte zahlreiche Mitglieder sowie prominente Unterstützer aus Politik, Kultur und Gesellschaft – darunter MdL a.D. Annemarie Biechl, MdL Sepp Lausch, Senatorin a.D. Gerdi Westermeyr und Max Bertl, Ehrenvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbands. Besonders willkommen hieß er Prof. Dr. Klaus Wolf, Präsident der Bayerischen Einigung, der mit einem fundierten Festvortrag einen historischen Bogen spannte.












Stadt Dachau













Dr. Belafi ist kein Priester. Es gehört aber zu seinen Aufgaben, Aufträge der Freisinger Bischofskonferenz und ihres Vorsitzenden, Reinhard Kardinal Marx umzusetzen.















Fritz Lutzenberger
Wolfgang Kink war ein, wie man heute sagt, „ausgezeichneter Networker“, er machte Karriere bei der Polizei bis zum Kriminalhauptkommissar und er liebte seine Vereine. Jetzt ist sein Leben zu Ende gegangen und die Familie konnte noch gemeinsam von ihm Abschied nehmen. Er wird jetzt wohl, wie Pfarrvikar Jaime Pasqual Hannig mit einem leichten Schmunzeln bemerkte, einen neuen Verein gründen: die Münchner im Himmel. Schön war, dass die Familie in die Gestaltung des Requiems eingebunden war. Die Enkelkinder übernahmen die Lesung.
Innenminister Joachim Herrmann würdigte den Verstorbenen als engagierten Polizeibeamten, der der Polizei 41 Jahre zugetan war. Über seine beruflichen Ausgaben hinaus hat Wolfgang Kink auch viele ehrenamtlichen Aufgaben übernommen im Schützenwesen, der Wasserwacht Bernau, aber auch bei der Bürgerallianz Bayern und dem Bayernbund: „wir zollen ihm höchsten Respekt, er war großartig, herzlich, konnte aber auch hartnäckig sein. Ein bayerischer Original.“ Für seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz wurde Wolfgang Kink unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.
Im Gespräch schilderte der Landesvorsitzende des Bayernbunds, Sebastian Friesinger, MdL, den Verstorbenen als äußerst hilfsbereiten Menschen, sehr erfahren in Organisationsangelegenheiten und ein stetes Vorbild. Noch wenige Wochen vor seinem Tod lud Wolfgang Kink den Medienrat des Bayernbunds zu einer wichtigen Sitzung in seine Privatwohnung ein. Bei allen Besuchen hatte er nie über seine Krankheit geklagt. Ruhe in Frieden. (Fritz Lutzenberger)