(v.l.) Kurt Erndl, Thomas Pfeffer, Kreisvorsitzender Thomas Mittermeier, Kultusminister Bernd Sibler, Artur Kolbe, OB Christian Moser, Landesvorsitzender Sebastian Friesinger, Bezirksrätin Margret Tuchen und Mathias Berger

Bayernbund-Kreisverband Deggendorf lud OB Christian Moser zum Gespräch

Zur ersten Veranstaltung aus der Reihe „Zukunft unserer Region“ lud der Kreisverband Deggendorf des Bayernbundes Oberbürgermeister Dr. Christian Moser zu einem Informationsgespräch und zur Diskussion über Stand und Zukunftsentwicklung der Stadt Deggendorf ein. Kreisvorsitzender Thomas Mittermeier konnte zur Auftaktveranstaltung neben OB Christian Moser, der Kreisvorstandschaft und den Bayernbundmitgliedern, Kultusminister Bernd Sibler, Bezirksrätin Margret Tuchen sowie den Landesvorsitzenden des Bayernbundes, Sebastian Friesinger, im Gasthof Höttl in Deggendorf begrüßen. Heimat, so Mittermeier, sei ein Begriff, der im aktuellen Zeitgeschehen wieder von sehr großer wie kontroverser Bedeutung ist. Einerseits könne Heimat eine sehr persönliche, gefühlsmäßige Bindung an einen geographischen Punkt, einhergehend mit gewachsenen, vertrauten Strukturen sein. Andererseits, so betonte Mittermeier, sei Heimat mit intensiver Arbeit verbunden. Damit Heimat auch Heimat bleibt bedarf es eines sorgsamen Bewusstseins für die gemeinsame Herkunft, das gemeinsam Verbindende und die gemeinsam geschaffenen alltäglichen Lebensgrundlagen.

Oberbürgermeister Christian Moser griff den Gedanken Mittermeiers auf und verdeutlichte welchen Wandel das Thema Heimat durch die letzten Jahrzehnte hinweg erfahren hat. Von einem verpönten, verstaubten Thema hin zu einem vielschichtigen, bewusst verwendeten Begriff. Dabei fallen die Heimatministerien in Bayern, wie nun auch im Bund ein, oder aber auch die Aufbereitung in Fernsehen und im multimedialen Bereich. Dabei werde aber oft vergessen, dass Heimat zutiefst kommunal ist. Das Bewusstsein schaffen und schärfen für die Themen, die Heimat ausmachen. Identität stiften und die tiefe Verwurzelung der Menschen bewahren. In diesem Sinn sei es insbesondere Aufgabe der Kommunen Tradition mit Zukunft zu verbinden. Die vergangenen Jahrzehnte haben in Deggendorf vieles an Wandel mit sich gebracht. Die Entwicklung der Fachhochschule zur Technischen Hochschule und die damit einhergehenden Veränderungen für den ländlichen Raum seien dabei nur ein Beispiel, wenngleich auch eines der deutlichsten. Die Möglichkeit vor Ort zu studieren und bereits auch dual in unterschiedlichsten Firmen zu arbeiten, Unternehmen Entwicklungsperspektiven bieten und Familien in der Region halten zu können, das alles seien Bausteine für den Erhalt und die Zukunft von Heimat. Dieses Mehr an Lebensqualität, was die Heimatregion bieten könne, erfordere aber auch von Seiten der Kommunen eine hohe Lösungskompetenz. In Deggendorf baue man derzeit und in den Folgejahren unter anderem aktiv die Kinderbetreuung in Kinderkrippen und Kindergärten aus, man arbeite intensiv an der Schulentwicklung und versuche die Lebens- und Arbeitsqualität für die Menschen zu sichern und zu erhöhen. Dass Deggendorf attraktiv ist zeigt allein der Zuzug von 700 Bürgern von 2016 auf 2017. Kulturell stechen im bayerischen Jubiläumsjahr die Veranstaltungen rund um die Reihe „Tradivari“ heraus. Besonderes Augenmerk liege dabei auf dem Niederbayerischen Gauschützentag, dem gewohnten VdK-Frühlingsfest und dem Bairischen Mundarttag mi der Verleihung des Poetentellers. Für Moser ist es der Regionalbezug, der den Unterschied macht. Sei es im Großen oder auch nur im Kleinen, wenn z. B. als Gastgeschenk der Rathaushonig vom Rathausbienenvolk verschenkt wird. Mit Stolz auf das Geschaffene, für die Region und die Menschen professionell arbeiten, so sei die Devise von OB Moser.

Kultusminister Sibler griff Mosers Ausführungen zur Technischen Hochschule auf und hob hervor, dass man in den 1990er Jahren die Entscheidung für den ländlichen Raum ganz bewusst so gefällt habe. Auch die heute stattfindende Subregionalisierung der Standorte in die Fläche hinein sei eine Konsequenz dieser Entscheidung. „Exzellenz“ sei nicht nur ein Merkmal von Ballungszentren. Ebenso gehe es heute auch darum weiter neue Akzente zu setzen. Beispielhaft nannte Sibler das Projekt „Mundart Wertvoll“ des Bayernbundes. Der Heimat durch den Dialekt eine Stimme zu geben, diese zu bewahren und abgewogen zu fördern. Heimat und Identität stehen in engstem Zusammenhang mit regionaler Verantwortung und regionaler Verankerung. Deshalb seien auch die Heimatministerien von besonderer Bedeutung, da sie insbesondere dafür da sind vergleichbare Lebensverhältnisse herzustellen.

Landesvorsitzender Sebastian Friesinger, oberbayerischer Bezirksrat aus Albaching, schloss sich Sibler an und stellte sich wie auch seine Arbeit im Bayernbund vor. Im vergangenen Jahr übernahm er sein Amt aus Überzeugung. Aktives, nachhaltiges Arbeit und Gestalten mit den Verbänden und den Partnern des Bayernbundes ist Friesingers Herangehensweise. Aktuell beschäftigen den Landesvorstand intensiv die Überarbeitung der multimedialen Präsenz sowie die Arbeit an der Altersstruktur. Friesinger dankte dem Kreisvorstand für die geleistete Arbeit und wünschte eine gute und harmonische Zusammenarbeit.

Kreisvorsitzender Mittermeier schloss die Veranstaltung mit einem Dank an Christian Moser, Bernd Sibler und Sebastian Friesinger und unterstrich abschließend noch einmal, dass insbesondere in einer Zeit großer Beliebigkeit das Vorangehen in die Zukunft nur mit dem verantwortungsvollen Bewahren des Vergangenen gut möglich sei. Der Bayernbund Deggendorf hält am 22.04. Kreisversammlung in Deggendorf. Am 15.06. findet die zweite Veranstaltung aus der Reihe „Christ-Sein heute“ in der Abtei Niederaltaich statt.