„Eine wehrhafte Demokratie braucht eine starke Verfassung – Demokratie hat keinen ewigen Bestand, sie muss immer wieder neu erarbeitet werden, um den Feinden der Demokratie entgegen zu treten.“

Unter diesen Leitgedanken lässt sich der Festakt zum Bayerischen Verfassungstag, der alljährlich am 1. Dezember begangen wird, zusammenfassen. Gemeinsam mit der Staatsregierung hatten die Bayerische Einigung, mitgetragen vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, dem Bayernbund, dem Bayerischen Trachtenverband und dem Verband Bayerischer Geschichtsvereine in den Herkulessaal der Residenz in München eingeladen.

Dr. Sissy Thammer vom Präsidium der Bayerischen Einigung konnte rund eintausend Gäste, darunter viele namhafte Vertreter aus Politik, Kirchen und Kultur begrüßen. Der Bayernbund wurde vertreten vom stellvertretenden Landesvorsitzenden Christian Glas und dem Ehrenlandesvorsitzenden Adolf Dinglreiter sowie weiteren Mitgliedern es Landesvorstandes.

 

Innenminister Joachim Herrmann MdL lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit der Bayerischen Einigung und ging auf die Geschichte der bayerischen Verfassung ein. Der Begriff „Freistaat“ bringt unser politisches Selbstverständnis und unser Bild in die ganze Welt.

 

Die Verfassung von 1918 endete 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Dies hat gezeigt, dass Demokratie immer geschützt und neu erarbeitet werden muss. Sie ist großartig und anstrengend zugleich. Demokratie lebt vom Austausch von Meinungen und dem Ringen um die beste Lösung.

 

Bezogen auf das Verbot des Böllerschießens vor dem Festakt im Hofgarten, meinte Joachim Herrmann, dass die Gebirgsschützen selbst beim 85. Geburtstag von Papst Benedikt vor Castel Gandolfo mir Zustimmung der italienischen Behörden Salut schießen dürften. Dann müsste dies auch in München möglich sein.

 

Landtagspräsidentin Ilse Aigner (Bild Fritz Lutzenberger)

Landtagspräsidentin Ilse Aigner dankte der Bayerischen Einigung und der Bayerischen Volksstiftung für ihren unermüdlichen Einsatz. Die Aktivitäten der Traditionsverbände schützen letztlich das ganze bayerische Volk und seine Kultur.

 

Sie wies darauf hin, dass der Verfassungstag früher gesetzlicher Feiertag war, zitierte die Präambel der Bayerischen Verfassung und stellte die Frage, welche Entwicklungen derzeit in unserer Gesellschaft stattfinden. Heute zweifeln viele Menschen daran, ob es ihren Kindern einmal besser geht, als ihnen selbst. Der Erosion der demokratischen Werte müssen wir gemeinsame Anstrengungen entgegensetzen.

 

Demokratie ist nicht nur Gabe, sondern auch Aufgabe und muss gegen Feinde der freiheitlichen Ordnung verteidigt werden. Dazu ist Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen erforderlich.

 

Präsident Florian Besold, Bayerische Einigung (Bild Bayer. Einigung Kathrin Kmeth)

Florian Besold, Präsident der Bayerischen Einigung, blickte auf einen fruchtbaren Ertrag des vergangenen Jubiläumsjahres zurück und zog aber auch das Fazit, dass die Demokratie kein Geschenk der Geschichte ist.

 

„Unser Bestreben ist Wachsamkeit als Preis der Demokratie“. Bedenklich sieht er die langwierigen und letztlich gescheiterten Koalitionsverhandlungen im vergangenen Jahr in Berlin. Sie könnten den Eindruck eines neuen Weimar entstehen lassen. Dank des Geschicks der Väter der Bayerischen Verfassung ist eine solche Entwicklung in Bayern undenkbar.

 

In der Gesellschaft ist ein Vertrauensverlust gegenüber den politischen Parteien entstanden. Diese Misstrauensstimmung richtet aber nicht nur gegen die Politiker, sondern auch gegen Wirtschaftsführer und leider auch die Kirchen. Gegensteuern lässt sich nach der Meinung von Besold nur über eine deutlich verbesserte Kommunikation, denn rohe Sprache führe nur zu rohem Umgang mit anderen Menschen.

 

Verfassungspreis für die AV-Jugend (Bild Fritz Lutzenberger)

 

 

Der Verfassungspreis „Jugend für Bayern“wurde in diesem Jahr an die Jugend des Bayerischen Alpenvereins vergeben für ihren besonderen Einsatz im Sinne der Artikel 3 und 141 der Bayerischen Verfassung für ein engagiertes Jugendprogramm, die Integration von Zuwanderern und den nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen und der Kulturlandschaft in Bayern. Anerkennungspreise erhielten das P-Seminar Geschichte des Gymnasiums Vilshofen sowie das Maria-Ward-Gymnasium Aschaffenburg.

 

 

Der Bayernbund war stark vertreten: Hier die Abordnung des Kreisverbandes Rosenheim

 

Bayernbund Mitglied des Landesvorstandes Prof Dr. Dieter Weiß und Ehrenvorsitzender Adolf Dinglreiter.

(v.l.)   WBR-Redakteur Fritz Lutzenberger, Ehrenvorsitzender Adolf Dinglreiter, Dr. Edgar Forster, Vorsitzender Kreisverband Dachau