Landesvorsitzender Sebastian Friesinger, der Vorsitzende des Bayernbund-Kreisverbands Dachau, Dr. Edgar Forster, Irmi Heinzingerund Redakteur Fritz Lutzenberger besuchten das Trachten-Informationszentrum des Bezirks Oberbayern in Benediktbeuren.

Hintergrund des Besuchs war, dass Dr. Edgar Forster Bildmaterial benötigt für einen Artikel in der Weiß-Blauen Rundschau über das Dirndlgwand, der demnächst erscheinen wird.

Begrüßt wurden die Besucher vom Leiter des Trachten-Informationszentrums, Alexander Wandinger. Er gab seinen Besuchern einen Überblick über die Geschichte und die Tätigkeitsfelder dieser einzigartigen Einrichtung des Bezirks Oberbayern.

 

Zur Geschichte des Gebäudes

 

Ursprünglich war der Maierhof das Stall- und Wirtschaftsgebäude des Klosters. Geplant wurde er 1718 als große Vierflügelanlage, nach nur zehnjähriger Bauzeit war er fertig gestellt. In seiner langen Geschichte diente er hauptsächlich als Stallung für Nutztiere, war aber auch Lager, Krankenhaus und Flüchtlingsheim.

Ab Mitte des 20. Jahrhunderts verfiel die Anlage mehr und mehr und wäre fast aufgegeben worden. Die Sanierung 1987 kam sozusagen in letzter Minute.

Heute ist der Maierhof ein modern eingerichtetes Schmuckstück, in dem neben dem Zentrum für Umwelt und Kultur gleich zwei Einrichtungen des Bezirks Oberbayern ihren Sitz haben: die Fachberatung Heimatpflege und das Trachten-Informationszentrum.

Dem Bezirk Oberbayern ist es – unter anderen – zu verdanken, dass aus dem maroden „Palast der Kühe“ sinnvoll genutzte Räumlichkeiten wurden, die mit ihrer ursprünglichen barocken Gestalt beeindrucken.

 

Tracht ist Mode. Tracht ist Leben. Tracht hat Zukunft.

 

Das Trachten-Informationszentrum (TIZ) ist hervorgegangen aus einer jahrelangen Forschungs- und Sammeltätigkeit zur oberbayerischen Bekleidungskultur. Heute umfassen die Bestände des Zentrums – in dieser Art weltweit einzigartig – rund 10.000 Kleidungsstücke und Accessoires, ca. 40.000 Fotografien und eine umfangreiche Bibliothek mit zahlreichen Raritäten und bibliophilen Kostbarkeiten.

Noch wichtiger als Pflege und Bewahrung der Schätze von gestern allerdings ist für das TIZ die Herausforderung, die Vergangenheit in den Dienst der Gegenwart und Zukunft zu stellen. Traditionen bleiben nur so lange lebendig, wie sie das Leben bereichern und den Alltag verschönern.

Das Trachten- Informationszentrum möchte mit seiner Kompetenz, seinen Beratungsleistungen und sonstigen Angeboten dazu beitragen, eine solche lebendige Gegenwartskultur im Spannungsfeld von Tradition und Zukunft zu unterstützen. Grundlage für alle diese Angebote bilden selbstverständlich die eigentlichen Tätigkeitsschwerpunkte des Trachten-Informationszentrums, die weiterhin im Zentrum unserer Arbeit stehen:

 

  • Vorträge, Ausstellungen, Modeschauen, Auftritte auf Messen, Märkten, Kurse

 

  • die individuelle Beratung von Privatleuten (Brautpaare, Familien etc.), Trachtengruppen, Herstellern von Trachtenkleidung, Institutionen aus dem universitären oder kulturellen Bereich (Film, Fernsehen, Theater) u.a.

 

  • persönliche Beratung und weiterführende Hinweise für alle, die selbst Hand anlegen oder sich aus beruflichen Gründen weiterbilden wollen (SchneiderInnen, KonservatorInnen, KostümbildnerInnen etc.)

(Quelle:www.trachteninformationszentrum.de)

 

Heute stößt das Trachteninformationszentrum, bedingt durch den ständig wachsenden Sammlungsbestand an räumliche Grenzen. Dazu finden aktuelle Gespräche statt, wie das Problem gelöst werden kann.

Alexander Wandinger bedankte sich abschließend bei Bezirksrat Sebastian Friesinger ausdrücklich für die hervorragende Unterstützung durch den Bezirk Oberbayern.

 

„Vielleicht ist die Tracht am lebendigsten dort, wo diejenigen, die sie tragen, keine Tracht darin sehen, sondern einfach ihre Kleidung.“