Kempten-Kulturfahrt.pdf


Zwei Dutzend Teilnehmer -Mitglieder des Kreisverbandes Oberland und auch einige
Gäste- saßen im Bus der Tölzer Firma Schöfmann. Sie waren in Bad Tölz, Gmund
und Holzkirchen zugestiegen und fuhren über Landsberg am Lech und Kaufbeuren
zur ehemaligen Freien Reichsstadt Kempten.Diese gilt als eine der ältesten Städte
Deutschlands, da sie bereits in der Antike in einem Dokument genannt wurde.


Das Stadtbild ist duch das jahrhundertelange Nebeneinander zweier Stadtkerne
geprägt: die sog. Stiftsstadt der Fürstabtei Kempten sowie die Reichsstadt Kempten.
Das im Grunde traditionell schwäbische Kempten ist erst seit dem 19. Jahrhundert
bayerisch. Mit der Anbindung an das Königreich waren aber auch kulturelle Verluste
verbunden. Viele Besitztümer des Klosters wurden von Bayern beschlagnahmt und
verkauft, die prunkvolle Residenz wurde zu einem Verwaltungssitz der bayerischen
Herrschaft.
Das Fremdenverkehrsamt der Stadt hatte eine sehr sachkundige und engagierte
Führerin bereitgestellt, mit der unsere Gruppe eine interessante und
abwechslungsreiche Tour durch die äußerst sehenswerte Altstadt machen konnte;
besichtigt wurde neben vielen stattlichen Patrizierhäusern u. a. die herrliche Basilika
St. Lorenz. Sie ist der erste große Kirchenbau in Süddeutschland nach dem 30-
jährigen Krieg. Alle waren beeindruckt von der großartigen Doppelturmfassade mit
der mächtigen Kuppel, dem einzigartigen Chorgestühl und der reichen
Innenausstattung. Die nicht weit entfernte gotische Kirche St. Mang fand außerdem
große Beachtung.
Nach einem “allgäuerischen” Mittagessen im schattigen Gastgarten des historischen
“Brauhauses zum Stift” hatten die Besucher noch Gelegenheit, selbstständig auf
Erkundungstour durch die belebte Marktstraße und durch die zahlreichen
Seitengassen zu gehen, um nach anderthalb Stunden die Rückfahrt ins Oberland
anzutreten.
Zwischenrast machte der Bus dann auf dem Hohenpeißenberg, wo man sich im
Gasthof “Bayerischer Rigi” noch Kaffee und Kuchen gönnte, die dortige
wunderschöne Kirche besuchte und nicht zuletzt die grandiose Aussicht auf die
Bergkette der Bayerischen und Allgäuer Alpen genoss.

                                                                        Konrad Tradler