Trotz der langen Anreise nach Niederbayern haben sich am letzten Septemberwochenende eine große Zahl von Delegierten aus fast allen Kreisverbänden bei bestem Kaiserwetter in Deggendorf zur Landesversammlung 2018 eingefunden.

Landesvorsitzender Sebastian Friesinger konnte neben dem Hauptreferenten, Staatsminister Bernd Sibler MdL, weitere Mitglieder des Landesvorstandes, nämlich den Ehrenvorsitzenden Adolf Dinglreiter, Monika Kaltner (Beisitzerin), Thomas Mittermeier (Jugendbeauftragter und Vorsitzender des KV Deggendorf), Thomas Sax (Schriftführer), Christian Glas (stv. Landesvorsitzender) sowie die Leiterin der Landesgeschäftsstelle, Gabriele Then begrüßen.

Ein herzlicher Gruß galt auch Hochwürdigen Herrn Pfarrer Emanuel Hartmann und den anwesenden Kreisvorsitzenden und Ehrenkreisvorsitzenden.

Traditionell wurden auch in diesem Jahr wieder die Namen der Bayernbundmitglieder verlesen, die im vergangenen Jahr verstorben sind.

Heimatkunde an bayerischen Schulen

Staatsminister Bernd Sibler arbeitete in seinem Referat über die Heimatkunde an bayerischen Schulen den Unterschied zwischen einem positiv besetzten Begriff „Heimat“ im Sinne eines gesunden Patriotismus und einem negativen Nationalismus heraus.

„Wir können stolz sein auf Bayern, ohne überheblich zu sein“ war seine Kernthese. Und diese positive Definition von Heimat fließt auch ein in die Lehrplangestaltung der bayerischen Schulen und jetzt ganz besonders der Klassen 7 bis 10 der Gymnasien.

Breiten Eingang in die Schulen findet die bayerische Geschichte, ausgehend von König Max I., der, ausgeführt von Montgelas, eine moderne Verwaltung geschaffen hat, die Bayern bis heute aus dem Kreis der Bundesländer heraus hebt, über die Revolution von 1918 und die Räterepublik bis hin zum modernen Bayern.

Aber nicht der Geschichte, auch der Mundart kommt dabei eine große Bedeutung bei. Staatsminister Sibler dankte dabei ausdrücklich dem Bayernbund für seine Initiativen zum Lesebuch „Freude an der Mundart“ (KV Rosenheim) und die Projektträgerschaft für MundART WERTvoll, die als Blaupause in die Planungen Eingang findet.

Bedingt durch die neue Medienlandschaft verändert sich auch die Sprache der Menschen. Deshalb kommt auch dem Dialekt besondere Bedeutung zu. Ein positives Beispiel dazu ist ins Bairische übertragen „Da kloa Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry.

Lehrern wie Schülern darf aus dem Dialekt kein Nachteil entstehen, denn der Dialekt ist die Sprache des Herzens. Dazu findet in diesen Tagen ein großer Kongress „Dialekt und Schule“ für Lehrerinnen und Lehrer in Landshut statt.

Auf Rückfrage von Monika Kaltner bestätigte der Kultusminister ausdrücklich, dass seine Ausführungen für alle Schularten in Bayern gelten.

Bericht des Landesvorsitzenden

Sebastian Friesinger hat vor elf Monaten den Landesvorsitz von seinem Vorgänger Adolf Dinglreiter übernommen. In dieser Zeit hat er viele Antrittsbesuche absolviert und  Kontakte geknüpft. Dazu gehören natürlich auch die Zuschussgeber und hochherzigen Spender für den Bayernbund.

Auf zahllosen Veranstaltungen wurden die Belange des Bayernbundes vertreten und wichtige Projekte umgesetzt. Dazu gehört der neugestaltete Internetauftritt www.Bayernbund.de, der über eine mehrstufige Ausschreibung realisiert wurde und seit August im Netz erreichbar ist.

Bedingt durch das Ausscheiden unserer bisherigen Redakteurin Angelika Binzer-Prieler musste auch die Redaktion unseres Verbandsorgans „Weiß-Blaue Rundschau“ neu geregelt werden. Für diese Aufgabe konnte der Landesvorsitzende das Bayernbundmitglied Fritz Lutzenberger vom Kreisverband Weilheim-Schongau/Garmisch-Partenkirchen gewinnen.

Bericht des Landesschatzmeisters

Für den entschuldigten Schatzmeister Matthias Dambach trug Schriftführer Thomas Sax den Kassenbericht vor. Bei sonst ausgewogenen Finanzverhältnissen stellt die Unterdeckung bei der „Weiß-Blauen Rundschau“ durch die Druck- und Verteilkosten das Sorgenkind des Landesvorstandes dar.

Im Prüfungsbericht wurde die ordnungsgemäße Kassenführung bestätigt und die Versammlung erteilte dem Landesvorstand einstimmig die Entlastung.

In der Aussprache zu den Berichten betonte der Landesvorsitzende Sebastian Friesinger  auf Nachfrage des Bayernbundmitglieds Dieter Johannes Strauch, dass es trotz gelegentlicher Spitzen gegen „Preußen“ keinerlei Vorbehalte gegen Mitglieder gibt, die aus anderen Bundesländern kommen. Entscheidend ist die persönliche Einstellung zu Bayern und seiner Kultur.

Für die Weiß-Blaue Rundschau wurde eine neue inhaltliche Struktur entwickelt, bei der eine überparteiliche Gestaltung ohne Personenkult von größter Bedeutung ist.

Anträge

Altlandrat Luitpold Braun brachte im Hinblick auf die aktuelle Diskussion in Berlin zum Thema „Föderalismus“ folgenden Antrag für eine Resolution des Bayernbundes ein:

 

„Anlässlich der Schulfinanzierung durch Bundesmittel soll das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geändert werden. Verbunden damit wären bedeutende zusätzliche Rechte des Bundes hinsichtlich der Schulpolitik der deutschen Länder. Als überparteilicher Verband stellen wir fest, dass hier ein wiederholter Versuch des Bundes vorliegt, um den Föderalismus auszuhöhlen. Dieses ist nicht hinnehmbar. Wir erwarten von den Abgeordneten aller Parteien, die aus Bayern kommen, dass sie diese Vorhaben in jeder Form ablehnen.“

Der Ehrenvorsitzende Adolf Dinglreiter regte an, in Resolutionsentwurf noch die „Staatsregierung und somit die Einbringung in den Bundesrat“ aufzunehmen. Die Resolution einschließlich der Ergänzung wurde einstimmig angenommen.

Abschließend kündigte der Landesvorsitzende Sebastian Friesinger an, bei der Weiß-Blauen Rundschau den Umfang mit 32 Seiten beizubehalten und davon bis zu zwei Seiten im Innenteil dafür freizugeben, dass interessierte Betriebe für ihre Produkte und Dienstleistungen Werbung machen können. Die Kreisvorsitzenden erhalten dazu den Entwurf eines Briefes und sie werden gebeten, Anfragen über die Landesgeschäftsstelle abzuwickeln. Damit soll die Weiß-Blaue Rundschau finanziell weiterhin auf gesunden Beine stehen, damit sie auch zukünftig in gedruckter Form verteilt werden kann.

Außerdem ist geplant, dass der Landesvorsitzende alle Kreisverbände persönlich besucht und der Landesvorstand einschließlich der Kreisvorsitzenden im Februar kommenden Jahres zu einer Klausur zusammenkommt, um eine programmatische Diskussion zu führen.

Der stellvertretende Landesvorsitzende Christian Glas wies nochmals auf die Veranstaltung „Dialekt und Schule“ am 4. Oktober in Landshut und die Förderung des Wertebündnisses Bayern durch die Staatsregierung hin. Er dankte dem Landesvorstand für die gute Zusammenarbeit mit einem herzlichen Vergelt´s Gott.

Sebastian Friesinger bedankte sich bei Gabriele Then für ihr unermüdliches Wirken in der Landesgeschäftsstelle und beschloss die Landesversammlung 2018.
Text und Bilder: Fritz Lutzenberger)