Mit seinen 15,5 Metern Länge hat er es als größter vierbeiniger Schreitroboter der Welt ins Guinessbuch der Rekorde geschafft: der „Tradinno“, im Hauptberuf Drache und Protagonist des Further Drachenstichs, des ältesten Volksschauspiels in Deutschland. Damit ist ihm ein Ehrenplatz sicher: Im neuen Museum der Bayerischen Geschichte, das am 5. Juni 2019 am Donaumarkt in Regensburg seine Pforten öffnet.

Wie Bayern Freistaat wurde und was ihn so besonders macht – so lautet der Leitsatz des neuen Museums in Regensburg, das die jüngere Geschichte Bayerns beginnend vom Königreich Bayern 1806 bis heute darstellen wird. Neben der historischen Zeitreise durch die wechselvollen zwei Jahrhunderte wird es im Rundgang sogenannte Kulturkabinette geben, die sich für Bayern typischen Phänomenen widmen. Wie zum Beispiel das Kabinett „Ozapft is“, in dem es, wie der Titel vermuten lässt, speziell um Feste und Bräuche dreht. Mit dabei: Der Drachenstich in Furth im Wald, dessen Ursprung auf eine Kampfszene zwischen dem hl. Georg und dem Drachen bei der Fronleichnamsprozession hervorgeht und Ende des 16. Jahrhunderts zum ersten Mal Erwähnung findet. Im Jahr 1886 entschließt man sich in Furth im Wald dem „Lindwurm“ ein eigenes Festspiel zu widmen, da das Spektakel bei der Andacht als Störung empfunden wurde. Heute finden die Festwochen des Further Drachenstichs mit mehreren Aufführungen immer im Monat August statt.

 

Der Schreitroboter „Tradinno“ hat 2010 die Rolle des Drachen in Furth im Wald übernommen und gilt bis heute als Hightech-Sensation. Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, freut sich, dass im neuen Museum in Regensburg ein 1:1-Nachbau des Kopfes gezeigt werden kann. „Unser Drache steht im Kulturkabinett für die Tradition der Feste in Bayern und für ihre internationale Wahrnehmung. Flankiert wird er von einem geharnischten Ritter der Landshuter Hochzeit und einem Objektensemble für die großen Damen des Münchner Oktoberfestes: Königin Therese von Bayern und Dr. Gabriele Weishäupl. Fauchen und zwinkern darf von unseren Protagonisten aber nur der Drache. Wir freuen uns, dass wir dank der Unterstützung der Stadt Furth im Wald den Drachen für unser Museum nachbauen durften.“

 

Für die Schaffung des kleinen Bruders waren bei der Firma Magicon in München drei Monate Bauzeit und die Tüftelarbeit von drei Mitarbeitern notwendig. Die Stadt Furth im Wald hat für die Rekonstruktion des Kopfes 20 Bauteile des originalen „Tradinno“ zur Verfügung gestellt, die das Ausgießen und Formen des Zwillingskopfes erst möglich machten. Bemalt und verziert wurden die Kopfteile noch in der Werkstatt in München. Das Zusammensetzen von Oberschale, Unterkiefer und Hörnern hat an Ort und Stelle im Museum in Regensburg stattgefunden. Zum Schluss kamen die Kieferarbeiten: Zahn um Zahn wurde jeder der 36 Beißer einzeln eingefügt.