Mit diesen Worten eröffnete Ministerpräsident Dr. Markus Söder in einem feierlichen Festakt das neue Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg.

 

„Wenn man Bayern verstehen will, muss man nach Regensburg kommen!“,so der Ministerpräsident.

 

Vom damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer im Jahr 2008 initiiert und jetzt vom heutigen Ministerpräsidenten Markus Söder eröffnet: Mit dem Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte entsteht ein anfassbares Gedächtnis unseres Freistaates und, wenn im kommenden Jahr, wegen eines Brandschadens um ein Jahr verzögert, auch die Bavariathek fertig ist, kommt auch noch das digitale Gedächtnis dazu.

“Endlich ist es soweit: Mit dem Museum der Bayerischen Geschichte realisieren wir in einem beeindruckenden Bau ein Museum zu ganz Bayern, wie wir es heute kennen. Dieses Museum ist die Schatzkammer unserer Geschichte.”(Bernd Sibler, Kunstminister und stellvertretender Landesvorsitzender des Bayernbundes).

 

An prominenter Stelle der UNESCO-Welterbestadt Regensburg unmittelbar an der Donau ein Museum entstanden, das in mehrfacher Hinsicht europaweiten Rang genießt. (www.hdbg/museum)

 

Als einer der wenigen Museumsneubauten in den letzten Jahrzehnten wurde es nach klaren Vorgaben des Freistaats speziell für die Ausstellung geplant. 2.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf einer Ebene, barrierefrei und Passivhausstandard haben Maßstäbe gesetzt.

 

Das Gebäude selbst, das in rekordverdächtigen 4 Jahren erstellt wurde, werden wir in der nächsten Ausgabe unserer „Weiß-Blauen Rundschau“ noch genauer vorstellen.

 

Dass der moderne Bau mit seiner Fassade aus grauen Keramikstäben in Regensburg heftig umstritten war und ist, verwundert nicht. Allerdings muss man auch sagen, dass mit der Gestaltung des Umfeldes ein Gesamtwerk geschaffen wurde, das von Bevölkerung und Besuchern sicher angenommen wird, wenn die Menschen erst einmal hineingehen können.

 

Der Löwe begrüßt die Besucherinnen und Besucher im Foyer des Museums. © Staatliches Bauamt Regensburg | Foto: Stefan Hanke, Sinzing

Das Foyer

 

Im Erdgeschoss werden die Besucher in einem 360-Grad-Panorama von Christoph Süß in 20 Minuten und 39 verschiedenen Rollen in seinem unverwechselbaren bayerischen Humor digital durch fünf Episoden der bayerischen Geschichte von den alten Römern bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation geführt.

 

Der Zugang zum Foyer einschließlich des Panoramafilmes ist übrigens generell frei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Dauerausstellung

 

Über die Rolltreppe geht aus dem Foyer hinauf in die Dauerausstellung „Wie Bayern Freistaat wurde und was ihn besonders macht“. Vom Beginn des Königreiches 1806 werden die prägenden Ereignisse der letzten 200 Jahre bis heute auf ganz neue Weise dargestellt: Exponat-Ensembles erzählen auf 40 Bühnen die wichtigen Abschnitte bayerischer Geschichte, die den Freistaat zu dem gemacht haben, was er heute ist.

 

Die zentralen Themen sind Demokratisierung, Wiederaufbau und Wirtschaftswunder.

 

Kriegsende und Revolution haben für den jungen Freistaat Bayern bis Mai 1919 instabile politische Verhältnisse zur Folge. In der Öffentlichkeit treten Plakate und Flugblätter an die Stelle der alten Herrschaftssymbole.

Es wird gezeigt, warum Bayern als derVerfassungsstaat gilt, und es werden auch schwierige Themen wie der erste Weltkrieg, die Revolution in Bayern und die Zeit des Nationalsozialismus sensibel beleuchtet.

 

„Wer hat es schon erlebt, fast 70 Jahre in Frieden, Freiheit und Wohlstand aufwachsen zu können. In einem Land, das sich von einem armen Agrarland zu einem hochmodernen und wirtschaftlich starken Technologiezentrum entwickelt hat. Es war immer eine Freude, dies zu sehen. Ich möchte in keiner anderen Zeit gelebt haben.“ (Herzog Franz von Bayern)

 

Insgesamt werden 1.000 Exponate präsentiert, von denen rund ein Drittel aus dem Besitz bayerischer Bürgerinnen und Bürger stammt, darunter auch eine private Dokumentation einer Frau über den Aufstieg Adolf Hitlers neben der originalen, nicht gereinigten Jacke eines französischen Gefangenen, der das Konzentrationslager Dachau überlebt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

In acht Kulturkabinetten werden Kulturphänomene gezeigt, die besonders mit Bayern verbunden werden von den Dialekten über die Bauwerke und die Feste bis zur Religion.

Das Kulturkabinett „Bayern regional“ ist allen bayerischen Orten gewidmet. Die Heimat jedes Einwohners des Freistaats ist in Bildern und Zahlen präsent. In einer aufwendigen Medienstation kann der Museumsbesucher mit Hilfe der Augmented-Reality-Technologie seine Heimat neu erleben. Wachsen soll dieser Bestand an Daten über die Kooperation mit Schulklassen. Die große Medienstation aus dem Kabinett gibt als „Heimat im Kleinformat“ unter www.bavariathek.bayern. © Haus der Bayerischen Geschichte | Foto: www.altrofoto.de

Das Museum lädt auch ein zu Politik zum Mitmachen: An drei historische Debatten, die Abstimmung über das Grundgesetz 1949, das Kruzifixgesetz 1995 und das Nichtraucherschutzgesetz 2009, können sich die Besucher in der passenden Kulisse des alten Landtages beteiligen. Vor dem Rednerpult stehen 18 Abgeordnetenstühle und dahinter hängt der monumentale Wandteppich aus dem alten Plenarsaal.

 

Für die Zeit des Wirtschaftswunders und die große Bedeutung der Automobilindustrie steht ein Autokorso über den Brenner.

In der Zeit des Wirtschaftswunders wird Bayern zum Autoland: viele der Automobil-Ikonen dieser Zeit stammen aus Bayern. Man denke nur an die BMW-Isetta, den Messerschmitt-Kabinenroller, den Spatz der Viktoriawerke oder den Janus von Zündapp. Im neuen Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte bilden die bayerischen Automobilikonen der 1950er- und 1960er-Jahre einen illustren Korso in Richtung Brenner. © Haus der Bayerischen Geschichte | Foto: www.altrofoto.de

 

Führungen durch die Dauerausstellung

 

Standardführung, Kurzführung, Schülerführung – die Stadtmaus TCH Veranstaltungs GmbH hält unterschiedlichste Angebote für Gruppen und Schulklassen an geführten Rundgängen bereit. Die Führungen starten am 2. Juli 2019 nach dem Eröffnungsmonat des Museums, in dem generell freier Eintritt gilt. Interessenten finden Detailinformationen im Internet unter www.hdbg.de/fuehrungensowie über die Buchungshotline der Stadtmaus unter +49 (0) 941 788 388 0.

 

Auf eigene Faust durch das Museum mit dem Mediaguide

 

Die Digitalisierung macht auch vor dem Museum des Bayerischen Geschichte nicht halt: Für eine Museum neuester Konzeption reicht kein Audioguide mehr: Ab 2 Juli 2019 ist der Mediaguide auf Leihgeräten gegen eine Gebühr von drei Euro oder kostenlos als App (iTunes und Playstore) für das eigene Smartphone erhältlich.

 

Der Mediaguide hält verschiedene geführte Rundgänge auf Deutsch und Englisch vor. Besucher können wählen zwischen einer ausführlichen Video-Tour (90 Minuten) oder einer knapperen Audio-Tour und als besonderes Schmankerl ein Rundgang durch die Ausstellung mit Hannes Ringlstetter.

 

Zur Barrierefreiheit gehört, dass die Inhalte in Gebärdensprache (DGS) und Leichter Sprache den Mediaguide zu einem Medium der Inklusion machen.

 

Die Bavariathek als digitales Gedächtnis des Freistaats

 

Im Kommenden Jahr wird nach einer Verzögerung von einem Jahr auch die Bavariathek in einem eigenen Gebäude als digitales Gedächtnis des Freistaats fertiggestellt. Die Bavariathek als medienpädagogisches Schulungszentrum bringt Bayerns Geschichte in den virtuellen Raum und bietet insbesondere Schulklassen vielfältige Möglichkeiten zum Forschen und zum Erstellen eigener Medien. Einen ersten Eindruck vermittelt die Website www.bavariathek.bayern.

 

Landesausstellung 2019/2020

 

Das Haus der Bayerischen Geschichte veranstaltet vom 27. September 2019 bis zum 8. März 2020 die Bayerische Landesausstellung „Hundert Schätze aus tausend Jahren“ im neuen Sonderausstellungsbereich des Museums der Bayerischen Geschichte in Regensburg.https://www.hdbg.de/basis/ausstellungen/aktuell/100-schaetze/100-schaetze.html

 

Während die Dauerausstellung die Bayerische Geschichte von 1800 bis in die Gegenwart erzählt, führt die Landesausstellung die Besucher und Besucherinnen zurück in die fernere Vergangenheit vom 6. Jahrhundert bis in die Zeit um 1800.

 

100 hochrangige Exponate von Museen aus Bayern, Deutschland und Europa zeigen historische Entwicklungen aus den bayerischen Regionen auf.

 

Der Besuch der Landesausstellung lässt sich gut verknüpfen mit dem Besuch der Dauerausstellung im gleichen Haus. (Fritz Lutzenberger)