Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Bayern und seine Nachbarn“ besuchte der Kreisverband Weilheim-Schongau/Garmisch-Partenkirchen des Bayernbundes die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck.

Den Auftakt der Exkursion bildete eine Führung von Pfarrer i.R. Hartwig Obermüller im Innsbrucker Dom St. Jakob. Vermutlich bestand die Kirche bereits im Jahr 1181, urkundlich erwähnt wurde eine Kirche St. Jakob erstmals 1270. Nach einem Erdbeben im Jahr 1689 wurde der Neubau zwischen 1717 und 1724 nach den Plänen von Johann Jakob Herkomer und Johann Georg Fischer im Stil des Barock ausgeführt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Anschließend führte Altlandrat Luitpold Braun die Besucher zu historisch wichtigen Orten in der Innsbrucker Altstadt.

 

Ein wesentlicher Teil seiner Ausführungen war dem bayerisch-tirolischen Verhältnis in den letzten zwei Jahrhunderten gewidmet. Dies gilt insbesondere für die Jahre 1806 bis 1814, die Besitzergreifung Tirols durch Bayern.

 

Im Dritten Koalitionskrieg 1805, der eine Neutralität Bayerns zwischen Österreich und Frankreich nicht zuließ, hatte sich Bayern im Vertrag von Bogenhausen (25.8.1805) für Frankreich entschieden. Dies insbesondere, um den österreichischen Annexionsgelüsten zu entgehen.

 

Frankreich siegte am 2.12.1805 in der kriegsentscheidenden Dreikaiserschlacht von Austerlitz. Im Frieden von Preßburg (26.12.1805) erhielt Bayern u.a. Tirol und die Fürstentümer Brixen und Trient.

 

Tirol wurde also nicht mit Gewalt von Bayern angeeignet, sondern als Folge eines für Österreich verlorenen Krieges an das Königreich abgetreten.

 

Die Fehler der bayerischen Verwaltung in den Folgejahren (Nichtberücksichtigung der religiösen Gefühlswelt, Steuererhöhungen, neue Abgaben, Durchsetzung der Wehrpflicht etc.) führten zum Aufstand unter Andreas Hofer im April 1809. Dazu kamen österreichische Truppen.

 

In vier Berg-Isel-Schlachten siegten die Tiroler, die fünfte am 1.11.1809 verloren sie, der Aufstand war zu Ende. Andreas Hofer wurde verhaftet und am 20. Februar 1810 auf Befehl Napoleons in Mantua erschossen. Tirol wurde geteilt, der Nordteil blieb bayerisch, der Süden fiel an Italien. Am 26.6.1814 wurde Tirol wieder österreichisch.

Den Nachmittag hatten die Mitglieder des Bayernbundes zur freien Verfügung und nutzten dies zu einem Besuch im Alpenzoo oder von Schloss Ambras. (Text und Bilder: Fritz Lutzenberger)