Die Jubiläumsveranstaltung „ 400 Jahre Holzknechtverein Ruhpolding“ am 18. Mai im Holzknechtmuseum Ruhpolding war ein „Pflichttermin“ für die Traunsteiner „Bayernbündler“.

Das Jahr 1619 wird als das Gründungsjahr des Holzknechtvereins Ruhpolding angenommen. Es waren  schwere Zeiten damals. Der „Dreißigjährige Krieg“ wütete, es herrschten Hunger, Not und Elend.  Mit der Gründung der Saline Traunstein brauchte man viel Holz, was den Holzknechten Arbeit brachte, die jedoch im Gebirge mit erheblichen Gefahren verbunden war. Dies führte zur Gründung der „ Holzknecht- Vinzenzi- Vereins“, einer solidarischen Unterstützungskasse bei Arbeitsunfähigkeit bzw. Todesfall, wenn man so will, ein Vorläufer der Bismarck´schen  Sozialversicherung. Den heiligen Vinzenz von Saragossa wählten die Holzknechte zu ihrem Schutzpatron, weil er als besonders kräftig und leidendfähig galt.  Jeweils am 22. Januar findet in Ruhpolding ein Festgottesdienst mit Umzug und Kranzniederlegung am Holzknechtdenkmal statt.

Bei der Jubiläumsveranstaltung  wurde u.a.  die Holzbringung in früheren Jahren und mit moderner Technik eindrucksvoll dargestellt. Das Museum insgesamt vermittelt einen Einblick in das harte, entbehrungsreiche und gefährliche Leben der Holzknechte. Kutschenfahrten, Musikdarbietungen und Besucherwettbewerbe im  „Zugsägen schneiden“ und „ Prügelrollen mit Sappi“ rundeten das Programm ab. Der Vorsitzende des Kreisverbandes Traunstein, Dr. Franz Heigenhauser, und Toni Eckart machten bei „Zugsägen schneiden“ sowohl bezüglich der Zeit als auch der Haltungsnote eine exzellente Figur.