Florian Besold: Ein Vermächtnis für Bayerns Identität und Werte

Am 1. Dezember des vergangenen Jahres fehlte zum ersten Mal seit langem eine bedeutende Figur bei der Feier der Bayerischen Verfassung: Florian Besold, langjähriger Präsident der Bayerischen Einigung und treibende Kraft hinter dieser Tradition, war schwer erkrankt und ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Sein Tod hinterließ eine tiefe Lücke, die durch eine Gedenkstunde im Maximilianeum, unterstützt vom Bayerischen Landtag, gewürdigt wurde.

Besold war nicht nur ein engagierter Anwalt, sondern auch ein unermüdlicher Verteidiger der bayerischen Identität und Werte. Seine leidenschaftliche Hingabe für die Bayerische Verfassung war unübersehbar, und er kämpfte energisch für ihre Prinzipien, selbst in Zeiten wachsender Anfeindungen von verschiedenen Seiten. Seine Worte, dass “Bayern es wert ist”, die Verfassung zu feiern, hallen nach seinem Tod weiter.

Die Gedenkstunde im Maximilianeum zeugte von der breiten Anerkennung für Besolds Wirken.

Der neue Vorsitzende der Bayerischen Einigung Prof. Dr. Klaus Wolf

Mittlerweile hat die Bayerische Einigung/Bayerische Volksstiftung, um handlungsfähig zu bleiben, Nachwahlen durchgeführt, bei denen der Klaus Wolf, Germanist und Lehrprofessor für germanistische Mediävistik an der Universität Augsburg und wissenschaftlicher Publizist zum Nachfolger von Florian Besold bestimmt wurde. Seine erste öffentliche Aufgabe war nun, die große Zahl von Gästen, die zum Gedenken an den Verstorbenen ins Maximilianeum gekommen waren zu begrüßen.

Die bayerische Staatsregierung war vertreten durch die stellvertretende Ministerpräsidentin und Staatsministerin Ulrike Scharf. Weitere Ehrengäste waren u.a. der Chef des Hauses Wittelsbach Herzog Franz von Bayern, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern, Dr. Charlotte Knobloch sowie Landtagspräsident a.D. Johann Böhm. Abordnungen des Bayerischen Trachtenverbands und des Bayernbunds waren mit ihren Fahnenabordnungen erschienen.

 

Landtagspräsidentin Ilse Aigner

Landtagspräsidentin Ilse Aigner hob in ihrer Trauerrede seine unermüdliche Arbeit in verschiedenen Ehrenämtern hervor und betonte seine unerschütterliche Treue zu Bayern und seinen Werten. Sie machte Artikel 117 der Bayerischen Verfassung zum Ausgangspunkt ihrer Trauerrede, wonach der ungestörte Genuss der Freiheit für jedermann davon abhängt, „dass alle ihre Treuepflicht gegenüber Volk und Verfassung, Staat und Gesetzen erfüllen. Alle haben die Verfassung und Gesetze zu achten und zu befolgen, an den öffentlichen Angelegenheiten Anteil zu nehmen und ihre körperlichen und geistigen Kräfte so zu betätigen, wie es das Wohl der Gesamtheit erfordert.“ Landtagspräsidentin Ilse Aigner betonte, dass Florian Besold seine Pflichten in einer Vielzahl von Ehrenämtern gewissenhaft erfüllt und ein unglaubliches Pensum bewältigt hat.

 Mit seinem Tod verliert Bayern nicht nur einen engagierten Anwalt, sondern auch einen wahren Verteidiger seiner Identität und Werte. Besold galt als ein sprachgewaltiger Verfechter der Bayerischen Verfassung, für den die jährliche Feier am 1. Dezember geradezu eine Notwendigkeit war – “denn Bayern ist es wert”, pflegte er zu sagen. Seine Leidenschaft und Entschlossenheit, die Werte und Prinzipien der Verfassung zu verteidigen, wurden weithin anerkannt. In einer Zeit, in der die Verfassung von verschiedenen Seiten angegriffen wurde, war Besold stets unbeirrt und betonte, dass man keinen Millimeter nachgeben dürfe.

Für Ilse Aigner war er ein ständiger Wegbegleiter, ein Charakterkopf, für den Traditionspflege immer sinnstiftend sein musste. Als Anekdote berichtete sie, dass sie, nachdem die Staatskanzlei den Auftritt von Böllerschützen vor der Residenz aus Naturschutzgründen verboten hatte, gemeinsam mit Florian Besold eine Lösung für den Auftritt vor der Westseite des Maximilianeums gefunden hat.

Florian Besold hat an Bayern geglaubt und sein Programm hatte einen Namen: Bayerische Einigung.

Besolds Engagement für Tradition und Kultur wurde ebenfalls gewürdigt, was sich in der musikalischen Umrahmung der Veranstaltung widerspiegelte. die in Abstimmung mit der Witwe von Florian Besold durch den Tölzer Knabenchor, die Unterbiberger Hofmusik und den berühmten Perkussionisten Felix Benning gestaltet wurde.

Die Vizepräsidentin der Bayerischen Einigung, Dr. Sissy Thammer und der neue Vorstand der Bayerischen Volksstiftung Professor Dr. Ing. Ludwig Hoegner attestierten in ihren Ansprachen den Verstorbenen ein gutes Gespür für Macht und Mitte, das ihn zu einer Ausnahmeerscheinung gemacht hat. Er war ein Freigeist, der sich nie einer Partei anschließen wollte. Vizepräsidentin Thammer und Stiftungsvorstand Hoegner betonten, auch nach dem Tod von Florian Besold mit der Bayerischen Einigung in eine aktive Zukunft gehen zu wollen.

Besold hinterlässt nicht nur eine leere Position in der Bayerischen Einigung, sondern auch ein Vermächtnis für die Zukunft Bayerns. Seine Nachfolger Klaus Wolf muss sich nun den Herausforderungen und Aufgaben der Bayerischen Einigung stellt, immer mit Besolds Vision im Herzen und seinem Engagement für Bayern im Sinn. (Text und Bilder: Fritz Lutzenberger)