Der Bayernbund trauert um sein langjähriges Mitglied, seinen Freund und Förderer Alois Glück.

Sebastian Friesinger (Landesvorsitzender des Bayernbunds): „Alois Glück war für mich ein Vorbild mit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit und seinem beispiellosen bürgerschaftlichen Engagement. Er hat es verstanden, Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen und einzubinden. Sein Wegweiser in eine bessere Zukunft war Lebensqualität durch Nähe und sein Motto: „Wer sich engagiert, gewinnt!“ Wir werden unser Bayernbund-Mitglied stets in guter Erinnerung behalten. Lieber Alois Glück, ruhe in Frieden!“

 

 

Alois Glück wurde am 24. Januar 1940 geboren und wuchs auf einem Bauernhof in Hörzing, Landkreis Traunstein mit zwei Schwestern auf. Sein Vater fiel 1944 in der Normandie. Ab 1957 arbeitete Alois Glück auf dem elterlichen Hof mit und übernahm mit 17 Jahren die Leitung des Bauernhofes. Er besuchte die Landwirtschaftsschule und war gelernter Landwirt. Von 1964 bis 1971 war er Landessekretär der Katholischen Landjugendbewegung Bayerns. Von 1966 bis 1970 war Alois Glück freier Mitarbeiter bei diversen Rundfunksendern, unter anderem als ständiger freier Mitarbeiter beim Bayerischen RundfunkEnde 1970 begann seine politische Laufbahn im Bayerischen Landtag.

Alois Glück gehörte von 1983 bis zu seinem Tod dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) an. 2009 wurde er mit 169 von 189 Stimmen zum Präsidenten des ZdK gewählt. Er ließ seine Ämter bei dem in Teilen des Episkopats umstrittenen Verein DONUM VITAE ruhen, blieb aber Mitglied. Seine Amtszeit war von wachsenden Spannungen in der römisch-katholischen Kirche zwischen den Laien und der „Amtskirche“, aber auch generell wachsenden Spannungen zwischen reformorientierten und beharrenden Kräften geprägt. In Reaktion auf die im Januar 2010 aufbrechende Diskussion über sexuellen Missbrauch in der Kirche forderte Glück als Präsident des ZdK mit Nachdruck eine offene und ehrliche Diskussion, bei der vor allem die Erfahrung der Betroffenen im Mittelpunkt stehen müsse.

Alois Glück anlässlich eines Interviews mit Anton Hötzelsperger

Mit großer Trauer ist im Bayerischen Landtag die Nachricht vom Tode des ehemaligen Landtagspräsidenten Alois Glück aufgenommen worden. Alois Glück war von 1970 bis 2008 Mitglied des Bayerischen Landtags und von 2003 bis 2008 Präsident des Hohen Hauses.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner: „Ich bin bestürzt über die Nachricht vom Tod von Alois Glück. Er war ein außergewöhnlicher Politiker, der sich jahrzehntelang vor allem in der Umwelt- und Sozialpolitik als Vordenker und Pionier einen Namen gemacht hat. Eine nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume und zugleich der Schutz der Natur – dafür trat Alois Glück immer ein und setzte gleichzeitig auf Innovation. Durch seine geradlinige und ausgleichende Art war Glück stets ein gefragter Vermittler, wenn es darum ging, unterschiedliche Meinungen und Ansichten zu einem guten Kompromiss zusammenzuführen. Er war ein Versöhner, dem es nie um die eigene Person ging, sondern der immer mit klugen Argumenten und Weitsicht überzeugen konnte.“

Alois Glück gehörte dem Bayerischen Landtag 38 Jahre lang an. Zwölf Jahre lang – von 1974 bis 1986 – leitete er den Ausschuss für Landesentwicklung und Umweltfragen, ehe er als Staatssekretär im selben Ressort in die Staatsregierung wechselte. Als Fraktionsvorsitzender stand er ab 1988 insgesamt 15 Jahre lang an der Spitze der Landtags-CSU. Ob als Ehrenvorsitzender der Bergwacht Bayern oder im Netzwerk Hospiz Südostbayern – für Glück war der Einsatz für die Menschen ein festes Fundament in seinem Wirken.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder: „Bayern trauert um Alois Glück. Er war einer der größten und bedeutendsten Politiker unseres Landes. Alois Glück war stets eine starke Stimme und moralische Instanz, die sehr fehlen wird. Als Sozialpolitiker, Umweltstaatssekretär, Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion und Landtagspräsident hat er die Entwicklung des Freistaats in hohen Ämtern entscheidend mitgestaltet und mitgeprägt. Die Suche nach Gemeinsamkeiten und das Vermitteln zwischen unterschiedlichen Positionen waren ihm dabei immer besonders wichtig. Als Moderator des Runden Tisches zum Volksbegehren Artenvielfalt hat sich Alois Glück auch nach seiner aktiven politischen Laufbahn in den Dienst der Sache gestellt und zur Versöhnung der Gesellschaft beigetragen. Die Nachricht von seinem Tode macht uns alle sehr betroffen und traurig. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie. Bayern verliert einen leidenschaftlichen und sehr klugen Streiter für die gute Sache. Ich habe seinen Rat sehr geschätzt. Wir werden ihm immer ein ehrendes Andenken bewahren.“ (Fritz Lutzenberger, / CK)

Fotos:

Von Michael Lucan – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65855128

Anton Hötzelsperger

 

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